H.-Jürgen Homuth

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:Fantasie

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Fantasie eine Insel?

Fantasie ist der Katalysator kreativer Denk- und Schaffensprozesse. Sie verlangt Tiefgang in den modular angelegten Denkströmen der Rationalität. Fantasie ist keine Unordnung im Sinne von gedanklichen Katastrophen oder eine Ansammlung von Absurditäten. Fantasie kann sich erst einbringen, wenn begriffen ist, dass z. B. Schrift/Typografie die Materialisierung des Geistes ist. Um fantasievoll zu arbeiten braucht es im kreativen Prozess vor allem zig Versuche sich mit Gedanken und Materialien auseinander zu setzen und zu erkennen, was sich in diesen Versuchen verändert hat, warum und in welcher Qualität. Zur Fantasie besteht immer eine Art von Distanz, die sich nur verringern lässt, wenn man bereit ist, Entwicklungen im Versuch zuzulassen und Unterschiede wertet. Fantasie braucht Sehnsucht, Sehnsucht als eine Form von Verständnis im Breiten und Erkenntnis in der Tiefe. Kreative Arbeitsprozesse, und zwar methodische wie unmethodische, münden in der Wahrnehmung und im Resultat zugleich in einer isolierten Denkebene - wie eine Insel im Meer der vermeintlich logischen Sachlichkeit. Sachlichkeit hadert wahrnehmungsspezifisch mit dem Umstand der Banalität, will heißen, Dinge die ungestaltet sind, nehmen nicht teil am kommunikativen Prozess. Ihnen fehlt die Visualsprache, das memorabel Reflektorische.

Inspiration als Fähre?

Inspiration ist im kreativen Prozess eine energetische einzubringende Eigenschaft des Gestalters. Qualität im Ausdruck und in der Wahrnehmung braucht viel Energie. Talent ist nur ein 5%iger Anteil am Ganzen. 95% sind Wollen, Durchhalten und Aushalten. Die Fähre Inspiration braucht also in den wilden Fahrwassern der Ablenkungen, Irritationen und Unzufriedenheit mit Teilergebnissen eine starke Kursbestimmung. Inspiriert sein heißt, sein Wollen und seinen Willen in die Fluten der Schaffensprozessozeane zu schicken ohne sie ganz von der Leine zu lassen. Die Distanz zwischen dem Ausgangspunkt Hafen und der Insel der Fantasie ist nie gleich weit. Inspiration leitet sich immer wieder neu ab und partizipiert vom Bewusstseinstand wahrnehmbarer Qualität. Das kommunikative Prinzip visuell zu vermitteln bedient sich der Transmission, eines Transfers. Gleich Schopenhauer: “Vernunft ist weiblich, sie kann erst geben nachdem sie empfangen hat.” Die Fähre empfängt die Inspiration und transferiert diese auf eine Insel - die Insel der Fantasie. Und jedesmal sind es neue Passagen. Es gibt kein Bleiberecht auf der Insel der Fantasie.

 

 

Action speaks louder than words - Artwork always speaks